Wer sich für Collage interessiert und schon immer wissen wollte wie wunderschöne Arbeiten gelingen, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt. Nur im englischen Original Lieferbar, aber sprachlich nicht sehr schwer, da die Anleitungen gut gegliedert sind. Claudine Hellmuth verrät wie mit einfachen Mitteln (zum Teil in jedem Haushalt zu finden) Schicht für Schicht wunderschöne Collagen gemacht werden können. Ich bin gerade dabei die einzelnen Techniken auszuprobieren und es macht wirklich Spaß zu sehen wie man mit einem einfachen Tipp die Basis für ein Bild schaffen kann. In diesem Sinne:
Wünsch ich allen genau soviel Freude beim basteln, stempeln und kleben diverser Weihnachtsgeschenke. Ist übrigens auch unglaublich entspannend nach einem anstrengenden Arbeitstag!
Posted by seitenreise under
gehört | Schlagworte:
Hörbuch,
hören,
Lesen,
Musik |
Leave a Comment
Nachdem die Anzahl der Lesezeitdiebe in öffentlichen Verkehrsmitteln leider stetig zunimmt, habe ich schon vor einiger Zeit beschlossen Sie mit einer ihrer eigenen Waffen zu besiegen und mir einen einen I-Pod gegönnt um wenigstens Bücher hören zu können anstatt mit uninteressanten Telefongesprächen oder Bassüberbleibseln von Musik zugedröhnt zu werden. Warum ist es so schwer, den Sinn von Kopfhörern oder Ohrstöpseln zu verstehen? Für alle die es noch nicht verstanden haben, diese wurden erfunden damit man ganz für sich Musik hören kann ohne andere Menschen damit zu belästigen. Bei manchen Zeitgenossen hat man allerdings eher das Gefühl, sie haben Sie Lautsprecher auf die Ohren geschnallt. Und dem nicht genug, verzichten einige sogar ganz auf Ohrstöpsel und drehen gleich den Lautsprecher vom handy auf volle Lautstärke – was dabei qualitativ rauskommt kann man doch nicht mal mehr Musik nennen???? Dagegen sind die allbekannten Unnötigetelefongesprächeführer eigentlich schon fast langweilig geworden. Wobei manchmal sind ja doch recht interessante Gespräche dabei – nur leider sind diese Geschichten wie Fortsetzungsgeschichten ohne Fortsetzung, im spannendsten Moment hält der Bus an der Endstation und ich werde nie erfahren wie dieses Ehedrama zu Ende geht. Das wirklich interessanteste Gespräch, psychologisch echt wertvoll, wurde leider abgebrochen indem die Handyhalterin ihrer Gesprächspartnerin (nach dem Inhalt des Gespräches kann es nur die beste Freundin gewesen sein) entsetzt mitgeteilt hat, dass da auch noch andere Leute im Bus sind (darum heißen die Dinger ja auch Öffis) die das Gespräch mithören. Böse aber auch, haben wir uns wiedermal nicht die Ohren zugehalten…jedenfalls um wieder zurück zum eigentlichen Thema zu kommen, jetzt habe ich eine Waffe.
„Pride and Predjudice“ war mit einer Erzählzeit von fast 12 Stunden für den Anfang vielleicht nicht optimal gewählt, vor allem wenn man in der Früh nur 20min unterwegs ist, obwohl der Roman wirklich perfekt gelesen wurde – ist aber dann doch eher für längere Zugfahrten geeignet. Am Anfang ist es auch komisch einfach nur zuzuhören, ich hab mich furchtbar konzentrieren müssen damit ich nicht den Faden verliere.
„Ein Tag mit Herrn Jules“ dagegen war die perfekte Wahl für kurze Strecken. Alice findet eines Morgens ihren Mann tot im Wohnzimmersessel – er ist, nachdem er seiner Morgenroutine nachgekommen ist, beim Beobachten der Schneeflocken friedlich eingeschlafen. Sie informiert niemanden und verheimlicht seinen Tod vor der Nachbarin. Nur der autistische Nachbarsjunge darf zu Besuch kommen und erkennt die Wahrheit. Die nächsten 24 Stunden nimmt sie sich Zeit um sich in Ruhe von ihm zu verabschieden. Das Thema Sterben und Tod ist eigentlich nicht unbedingt etwas womit man sich auf dem Weg zur Arbeit beschäftigen will. In dieser Geschichte ist es Diane Broeckhoven allerdings gelungen, dem Tod den Schrecken zu nehmen, da viele Teile der Geschichte von Alltagsroutine handeln, verstärkt durch die Notwendigkeit von Routine für den autistischen David, wird der Tod in die Routine des Lebens eingebettet – er ist ein normaler Bestandteil des Lebens. Die Ruhe die Alice hat, natürlich auch um den endgültigen Abschied von Jules hinauszuzögern, hat die Autorin wunderbar sprachlich umgesetzt. Gelesen wird mit sanfter, einfühlsamer Stimme.
Ich denke, bei dieser Hörbuchausgabe war die Entscheidung den Roman zu hören, anstatt ihn zu lesen richtig, irgendwie führt die Vorleserin mit ihrer Stimme den Höhrer beruhigend durch den Abschied von Jules.
Posted by seitenreise under
gelesen | Schlagworte:
Krimi,
Lesen,
Literatur |
Leave a Comment
Aufmerksam wurde ich auf dieses kleine Büchlein anlässlich einer Dokumentation im Umfeld der Frankfurter Buchmesse. Inmitten der vielen Interviews die zu dieser Zeit im TV gezeigt wurden, ist mir Andrea Maria Schenkel sofort aufgefallen. Vor allem Ihre Art zu sprechen, vielmehr zu erzählen hat mich begeistert: ihre Mimik und Gestik und dazu eine ruhige, Details hervorhebende und nie langweilige Stimme, eine Geschichtenerzählerin mit bayrischem Dialekt. Soweit ich mich an das Interview erinnern kann, dürfte der Krimi auf einer wahren Geschichte beruhen, die man ihr selbst einmal erzählt hat.
Während der ersten Seiten von Tannöd hatte ich diese Art zu sprechen noch im Hinterkopf und fast das Gefühl, dass die Autorin mir die Geschichte vorliest. Die Geschichte spielt im Deutschland der 50 er Jahre in einfachem, bäuerlichen Milieu – mit den kurzen Sätzen in denen der Text geschrieben ist hat Andrea Maria Schenkel die Atmosphäre wunderbar eingefangen ohne dabei in einen billigen Schundroman abzurutschen.
Es ist ein kurzer Krimi, allerdings ohne klassischen Aufbau – die Morde passieren erst relativ spät, es gibt keinen Ermittler, vielmehr wird durch kurze Erzählungen der Dorfbewohner ein Bild gesponnen – erinnert ein bisschen an Bölls Gruppenbild mit Dame, wobei einer dieser Zeugen am Ende der Mörder selbst ist. Ohne Kompromisse zerstört sie nebenbei das Bild von der „Guten alten Zeit“ und dem idyllischen Landleben.
Vor allem durch das setting etwas Neues und genau das richtige für einen spannenden Nachmittag im Winter.
Information am Rande, die während der Buchmesse nie zur Sprache kam: der Autorin werden von dem Journalisten Peter Leuschner Vorwürfe wegen Plagiats gemacht – Schenkel habe von seinem Sachbuch abgeschrieben – allem Anschein nach konnten diese bisher aber abgewiesen werden.
Schenkel, Andrea Maria: „Tannöd“. Hamburg: Lutz Schulenburg, Edition Nautilus. 2005