März 2008


da hab ich mal wieder einen wahren Schatz im Internet gefunden.

http://dickens.stanford.edu/index.html (22032008)Die Romane Dickens erschienen ursprünglich wöchentlich in Zeitungen :

„Over the 20 weeks of its original publication, fascinated readers throughout the English-speaking world read Hard Times as it was released, performed it in family groups or read it on their own, and waited with legendary impatience for the next week’s part.“

In dem Community Reading Project wurden, in den Jahren 2003-2005 Faksimile von drei Romanen Dickens ( Great Expectations in 2003, A Tale of Two Cities in 2004, and Hard Times in 2005) in Serien zur Verfügung gestellt, um den heutigen Lesern ein Gefühl für die Lesesituation von vor 150 Jahren zu ermöglichen.

2007 wurde das Projekt mit Sherlock Holmes fortgesetzt:

http://sherlockholmes.stanford.edu/ (22032008)

Mittlerweile scheint das Projekt leider abgeschlossen zu sein, man findet aber alle Kapitel ergänzt mit Kommentaren, Landkarten und Bilder noch auf den genannten Seiten.

Schräg, sehr schräg, aber witzig.

Der Kollegienassessor Kowaljow muss eines Morgens feststellen, dass seine Nase fehlt –so als wäre sie nie da gewesen. Und dabei ist doch gutes Aussehen sowohl für die Karriere als auch in der Gesellschaft unerlässlich. Während Kowaljow bemüht ist die Nase zurück zu bekommen, scheint diese als selbstständiges Organ Karriere zu machen und einen höheren Rang als Kowaljow einzunehmen.

Ursprünglich als Traum Kowaljows konzipiert wird die Novelle abgelehnt. Erst als Gogol die Urfassung abändert, hat „Die Nase“ als erste surrealistische Groteske der russischen Literatur Erfolg.

Interessant ist es, sich „Die Nase“ in der heutigen Zeit, vor dem Hintergrund des Schönheitswahns vorzustellen. Vielleicht läuft ja eines Tages eine Nase oder ein Ohr über den roten Teppich und versetzt weltweit die Menschen vor den Fernsehern in Begeisterung.

 

Gogol Nikolaj: Der Mantel. Die Nase. Reclam Nr. 1744

Dos Passos wird wie Hemingway und Fitzgerald der „Lost Generation“ zugeschrieben.

Neben „Ulysses“ und „Berlin Alexanderplatz“ der dritte bedeutende Großstadtroman des 20. Jahrhunderts. Für Sinclair Lewis gibt der Roman „„…das Panorama, das Wesen, den Geruch, die Klangfarbe, die Seele von New York „ wieder. Es gibt keine konventionellen Protagonisten, anstelle der klassischen Erzählstruktur greift Dos Passos auf filmische Stilmittel zurück: Collage artig verbindet er Einzelschicksale mit den großen Themen der Zeit, Figuren treffen immer wieder scheinbar zufällig aufeinander; Schlagzeilen, Liedtexte, Schilder verbinden sich mit Gesprächsfetzen und Zeitungsartikeln; der Erzähler ist lediglich Beobachter wie der Leser.

Symbolhafte für die Unsicherheiten in Zeiten des Umbruchs stehen Autounfälle und Brände – die Figuren greifen nie ein, sondern bleiben immer (wie es der Großstadt allgemein zugeschrieben wird) Beobachter.

Das Thema im Roman: Überleben in einer sich verändernden Gesellschaft: Immigranten aus Europa, Zuwanderer vom Land – sie alle versuchen den amerikanischen Traum für sich zu erfüllen: die scheinbar Erfolgreichen landen an der Börse oder im Theater, die Erfolglosen landen auf der Straße, nehmen sich das Leben oder organisieren sich in Gewerkschaften.

Ein Mann hat genug vom Alltag und will eine Woche Urlaub mit dem Auto machen und dem Stress entfliehen. Über Umwege landet er mitten in der Nacht im „Café der Fragen“. Durch Gespräche mit einer Kellnerin und dem Inhaber wird er mit seinem bisherigen Leben konfrontiert und stellt sich den Fragen „Warum bist Du hier?“, „Hast Du Angst vor dem Tod.?“ „Führst Du ein erfülltest Leben?“.Die Nacht vergeht, der Mann erkennt dass er seinem Leben selbst Sinn geben muss und ist geläutert und bereit ein neues Leben anzufangen.

So einfach ist das.

Ein paar gute Denkansätze aber sonst nichts Neues. Einfachste Handlungen in die möglichst viele philosophische Gedanken verpackt werden häufen sich. Bei Paulo Coelhos „Alchimist“ vor Jahren war das noch schön – einfach schön. Aber mittlerweile wünsche ich mir wieder mehr Geschichte um die Gedanken. Allerdings gab es doch auch einige Stellen an denen ich schmunzeln musste. Dem Vorleser kann man recht gut zuhören.

gelesen von Mathias Herrmann