Schräg, sehr schräg, aber witzig.
Der Kollegienassessor Kowaljow muss eines Morgens feststellen, dass seine Nase fehlt –so als wäre sie nie da gewesen. Und dabei ist doch gutes Aussehen sowohl für die Karriere als auch in der Gesellschaft unerlässlich. Während Kowaljow bemüht ist die Nase zurück zu bekommen, scheint diese als selbstständiges Organ Karriere zu machen und einen höheren Rang als Kowaljow einzunehmen.
Ursprünglich als Traum Kowaljows konzipiert wird die Novelle abgelehnt. Erst als Gogol die Urfassung abändert, hat „Die Nase“ als erste surrealistische Groteske der russischen Literatur Erfolg.
Interessant ist es, sich „Die Nase“ in der heutigen Zeit, vor dem Hintergrund des Schönheitswahns vorzustellen. Vielleicht läuft ja eines Tages eine Nase oder ein Ohr über den roten Teppich und versetzt weltweit die Menschen vor den Fernsehern in Begeisterung.
Gogol Nikolaj: Der Mantel. Die Nase. Reclam Nr. 1744